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Filter in der Naturfotografie

Feuersalamander im fließenden Bach Feuersalamander im fließenden Bach

Einige, puristische Naturfotografen verzichten gänzlich auf Filter vor dem Objektiv, weil ihnen zu viel Manipulation des Bildes stattfindet. Für mich ist das nicht so eng zu sehen, denn manchmal gibt es Situationen, die fotografisch ohne einen Filter einfach nicht in den Griff zu bekommen sind.

Ich greife auf das Cokin P System zurück, dessen Filter zwar nicht die optische Qualität der Glas-Tiffenfilter erreichen, dafür aber richtig schön leicht und nicht sehr teuer sind.

Der Graufilter oder Schwarzfilter

Offiziell heißen diese Filter "Neutraldichtefilter" und sie machen nichts anderes, als das einfallende Licht zu dämpfen - wie eine Sonnenbrille für die Kamera. Das hat vielfältige Vorteile: Beim Filmen kommt man leichter auf die gewünschte 1/30s und bei Landschaftsaufnahmen verwischen kräuselnde Wasseroberflächen oder sich im Wind bewegende Grashalme.

ND-Filter gibt es in verschiedenen Stärken. Ich habe momentan zwei davom im Fotorucksack, nämlich:

  1. ND 3 - reduziert das einfallende Licht um 1,5 Blendenstufen und ist gut geeignet, um noch ein wenig nachzujustieren
  2. ND 8 - reduziert das einfallende Licht um 3 Blendenstufen

Vorallem für Zeitrafferaufnahmen braucht man zwingend einen (im Idealfall noch stärkeren) Schwarzfilter, um möglichst jede Bewegung von Bäumen oder Pflanzen verwischen zu lassen. Zitternde Bäume sind so nämlich kein Problem mehr.

ND-Filter sind außerdem super, um Bäche fließen zu lassen - also auch bei normalem Tageslicht so lange Verschlusszeiten zu erreichen, dass das Wasser verwischt.

Eine Tabelle mit den gebräuchlichsten ND-Filtern:

Quelle: de.wikipedia.org
Neutraldichte
ND, NDx
DurchlässigkeitVerlängerungsfaktor
Verschlusszeit oder
Filter „ND…X“-fach
Anzahl Blendenstufen
(Rastungen der Blende)
0,0 100 % 1 0,0
0,3 50 % 2 1,0
0,45 35 % 3 1,5
0,6 25 % 4 2,0
0,9 12,6 % 8 3,0
1,0 10,0 % 10 3,3
1,2 6,3 % 16 4,0
2,0 1,0 % 100 6,6
3,0 0,1 % 1.000 10

Der Grauverlaufsfilter

Wie oft hat man das Problem: Der Vordergrund zu dunkel, der Himmel zu hell. Gerade bei Sonnenauf- oder untergang ist der Himmel meistens einige Blendenstufen heller als die Umgebung. Die Lösung dafür ist ein Grauverlaufsfilter. Ich habe immer diese beiden im Rucksack:

  1. ND 2 - soft: dunkelt um eine Blendenstufe ab und hat einen sehr weichen Übergang
  2. ND 4 - hart: dunkelt um zwei Blendenstufen ab und macht einen sehr harten Übergang

 

Polfilter

Für das Cokin-P-System gibt es einige Hersteller, die Polarisationfilter herstellen, die in die Halterungen des Filtersystems einschiebbar sind. Polfilter sind nicht nur gut, um "durch Wasser sehen" zu können, sondern beseitigen wirkungsvoll Spiegelungen auf Feuersalamandern, machen den Himmel blauer, das Gras grüner und liefern insgesamt gesättigtere Farben. Also toll für ein gutes Bild.

Aber: diese Filter funktionieren nur bei Seitenlicht, idealerweise bei 90° zur Sonne. Ich habe bereits einige Male Naturfotografen erlebt, die sich über einen vermeintlich defekten Polarisationsfilter empörten und dabei mit dem Rücken zu Sonne standen.

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Arbeitsfoto

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