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Tricks

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Setup einer Kamerafalle

Die Naturfotografie mit Hilfe von Kamerafallen erfordert viel Geduld und einige Erfahrung mit den Gewohnheiten der Motive. Einige Tricks, um schneller zum Erfolg zu kommen.

1. Der Ort 

 Der richtige Ort ist entscheiden für den Erfolg einer Kamerafalle. Bei der Suche nach passenden Örtlichkeiten nutze ich die Möglichkeit, Luftbilder auf Geländestrukturen zu untersuchen, die Wildtiere auf bestimmte Wechsel zwingen. Zum Beispiel sind langezogene Nasen in Wäldern oder aus Waldstücken hevorstehende Hecken typische Orte, an denen sich Wildwechsel befinden. Einfach irgendwo die Kamera zu platzieren, ist wenig sinnvoll.

Schlecht sind auch Orte, an denen viele Wechsel zu finden sind. Dort werden die Tiere ausweichen und nur selten die Kamera auslösen.

Sehr gut geeignet ist dagegen die Nähe von Tagesunterschlüpfen oder Bauten. "Wer den Bau hat, hat den Dachs" lautet ein altes Jägersprichtwort und das kann man auch auf die Kamerafallenfotografie anwenden. Bei Jungfüchsen ist es ähnlich - sie sind so neugierig, dass sie die Kamerafalle häufig frequentieren und sogar annagen.

Fotografisch muss der Ort natürlich auch passen. So sind umgefallene bemooste Bäume, große Wurzeln oder ähnliches viel schöner anzusehen als irgendeine Hecke mit viel Kleingeäst. Man muss sich bei der Kamerafallenfotografie immer vorstellen, ein Landschaftsbild mit Tier machen zu wollen. Dann klappt es auch mit der richtigen Komposition.

2. Lichtschranke oder Bewegungsmelder?

Bei der Wahl des richtigen Sensors für die Auslösung der Kamera ist Fingerspitzengefühl gefordert. Soll jedes Tier, was sich im Sichtbereich der Kamera befindet, fotografiert werden? Oder geht es darum, eine ganz spezielle Tierart auf dne Chip zu bannen? 

Bewegungsmelder arbeiten nicht selektiv. So lösen Mäuse, Ratten, Eichhörnchen, aber auch Steinmarder, Füchse, Rehe und Wildschweine gleichermaßen aus. Das kann sehr praktisch sein, wenn man von der Größe des zu erwartenden Tieres keine Ahnung hat. Ich nutze selbstgebaute Systeme mit sehr geringem Stromverbrauch, die ich bis zu 8 Monate draußen lassen kann. Da die Kamera alles fotografiert, sollte man darauf achten, eine kürzere Verschlusszeit zu wählen. Damit wird die Kamera dann öfter auslösen und entsprechend höher ist die Wahrscheinlichkeit, das Tier in der richtigen Position fotografieren zu können.

Kamerafalle im WaldLichtschranken wie die eltima jokie oder den Trailmaster setze ich immer dann ein, wenn ich mein Bild so durchkomponiert habe, dass das Tier exakt an einer bestimmten Stelle sein muss. Das ist zum Beispiel bei diesem Baumstamm der Fall. 

Bei Lichtschranken muss man genaues Augenmerk darauf legen, dass zwischen Sender und Empfänger definitiv keine Äste, Blätter oder Gräser liegen, die bei Wind den Infrarotstrahl unterbrechen und die Kamera so auslösen. Das durchgängige Klicken der Kamera kann einige scheue Tiere verschrecken und wenn zu häufig  z.B. bei Regen ausgelöst wird, kann das auch ein Durchbrennen der Blitzzelle zur Folge haben - so passiert mit einem meiner SB600, der seitdem nicht mehr zoomen mag.

3. Befestigung

Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, meine Kamerafallen auf billigen Meike-Kugelköpfen von Amazon zu befestigen. Sie halten das Gewicht locker, lassen mir aber komplette Freiheit über den Bildausschnitt. Ich habe mir einige Latten geschnitten, die ich an Bäume binden oder in den Boden schlagen kann. 

Gegen eventuelle Diebe (ja, Menschen kommen ÜBERALL hin, auch dort wo man definitiv keine erwartet) kette ich die Falle an den nächsten Baum. Kein 100%-Schutz, aber der schnelle Dieb ist davon abgehalten.

4. Blitze und Belichtung

Um möglichst sauber auszuleuchten, sollte man mindestens zwei, besser jedoch drei Blitze installieren. Ich nutze wegen der wirklich tollen, nicht entladenden Kondensatoren und nicht zuletzt des Preises wegen, die alten SB28 von Nikon im Manual Mode. 

Ghosting-Effekt bei einem RehBei der Kamera hat man prinzipiell zwei Möglichkeiten: Blendenautomatik (A bzw. Av) oder Manuell. Bei der Blendenautomatik stelle ich Blende und ISO fest ein und die Kamera belichtet dann entsprechend - der Blitz wird immer die gleiche Intensität haben, da seine Leuchtdauer immer gleich ist und seine Stärke nicht von der Verschlusszeit beeinflusst wird. Das ist wirklich toll, wenn man Umgebung mit aufs Bild bekommen will - kann aber, wie bei dem Reh - zu Ghosting-Effekten führen. Belichtungszeit war 2,5s - nur damit war der Sonnenaufgang morgens um 6 in diesem Waldstück zu sehen.
Die Kamera wird dann nur ein einziges Bild machen - denn im zweiten Bild nach 5, 10 oder gar 30s ist das Motiv sicherlich schon wieder verschwunden.

Manuell bietet sich immer dann an, wenn man ganz sicher sein kann, dass das Objekt der Wahl nur nachts vor die Kamera tritt. Dann kann man getrost 1/10s einstellen und die Kamera wird mehrere Bilder pro Trigger machen, aber dafür wird eben kaum mehr Umgebung zu sehen sein. Wenn es irgendwie geht, versuche ich, die erste Variante anzuwenden, weil mir die Umgebung meist sehr wichtig ist. 

5. Kontrolle

Meine Erfahrung hat gezeigt: gerade am Anfang muss man die Kamera sehr häufig, alle 1-2 Wochen kontrollieren. Das stört die anwesenden Tiere nicht, da es ja nur wenige Minuten dauert. Aber nur so kann man die Ausleuchtung, die Auslösezahl, die Position des Sensors und den Bildausschnitt sauber einstellen. Noch dazu kommen technische Fehler, die sich irgendwie immer einschleichen - von leeren Batterien bis zu abgenagten Kabeln. Nach ca. 8 Wochen ist dann alles soweit eingespielt, dass es richtig losgehen kann. Meistens hat sich die Vegetation dann schon so sehr verändert, dass man wieder von vorne beginnt, Anpassungen vorzunehmen.

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Arbeitsfoto

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