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Geburtshelferkröte mit Laichschnüren Geburtshelferkröte mit Laichschnüren

Die letzten Tage konnte ich in Mittelhessen verbringen, genauer gesagt in Gießen. Plan war es dort eigentlich, einige Aufnahmen von Gelbbauchunken zu machen und den zugehörigen Lebensraum abzubilden. Aber es kommt eben immer anders.

 

Hessen hat viele Gebiete, in denen man verschiedene Reptilien und Amphibien finden kann. Die Suche ist nicht immer leicht und einen Biologen dabei zu haben, der die Gegend kennt, ist unbezahlbar.

Waldeidechse (Zootoca vivipara)In nur vier Tagen gelang es uns, eine beträchtliche Menge auch seltener Arten zu finden. Nur die Gelbbauchunke war nur in Form eines Jungtieres aufzufinden, vermutlich waren diese Tiere noch nicht an den Laichgewässern auf einem Truppenübungsplatz eingetroffen. Selbiger beherbergt aber auch eine große Anzahl an Waldeidechsen (Zootoca vivipara). Außerdem wurden wir dort auf die kleine Ameisen-Springspinne (Myrmarachne formicaria) aufmerksam. Diese Art imitiert beinahe perfekt die Rote Waldameise. Durch diese Mimikry verringert sie die Chance, gefressen zu werden und tarnt sich dazu auf Beutezug.

Äskulapnatter [Zamenis longissimus)Am nächsten Tag stand die Äskulapnatter (Zamenis longissimus) auf dem Programm. Diese Kletternatter ist die größte einheimische Schlange und liebt trockene, warme Südhänge, wie sie z.B. im nördlichen Baden-Würrtemberg vorkommen, aber es gibt auch Gebiete in Hessen oder bei Passau. Wir fanden das Tier in einer blühenden Streuobstwiese, wo es sich auf blühenden Ästen bequem machte.

Ansonsten war uns das Glück bis dato nicht so hold. Eine junge Zauneidechse, ansonsten nichts - dafür sollte der nächste Tag umso spannender werden. In einem alten Steinbruch, der mittlerweile zur Schutthalde umfunktioniert wurde, leben Geburtshelferkröten (Alytes obsteticans). Männchen und Weibchen rufen bei bedecktem Himmel, lassen sich dabei aber kaum entdecken. Häufig sitzen sie in Erdhöhlen, die besten Erfolge konnten wir im frischabgelagerten Erdaushub machen. Die Überraschung: Die Männchen trugen bereits arttypisch die Laichschnüre auf dem Rücken. Dadurch ist die Art nicht an Laichgewässer gebunden und die Larven unterliegen nicht der Gefahr des Gefressenwerdens oder der Austrocknung. Eine perfekte Anpassung an unwirtliche Lebensräume.

Zudem fanden wir dort Fadenmolch und Kreuzkröte, in der Nähe noch den Kammmolch, der sich bei Regenwetter noch auf der Wanderung in den Laichtümpel machte. Alles in allem fanden wir während der Tage insgesamt 12 der 20 einheimischen Amphibienarten und immerhin drei Reptilienarten. Das schreit doch beinah nach einer Fortsetzung? Denn die wird es geben!

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