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Frösche: die wahren Frühlingsboten

Moorfrösche bei der Paarung Moorfrösche bei der Paarung

Wer erwartet, hier über einen Artikel über Schwalbe, Stare oder gar Kuckucke zu lesen, der ist auf dem Holzweg. Die wahren Frühlingsboten sind für mich die Amphibien. Im Gegensatz zu den Vögeln tauchen die nämlich erst bei entsprechender Umgebungstemperatur an den Laichgewässern auf. Knurren also die Grasfrösche, kann den Frühling nichts mehr aufhalten.

Grasfrosch - als erstes vor Ort

Laichplatz von Moor- und GrasfröschenSteigen die Temperaturen Ende Februar oder anfang März über den Nullpunkt, sind die Grafrösche die ersten, die am Laichgewässer eintreffen. Grasfrösche erreichen eine Größe von bis zu 12cm und sind über fast ganz Europa verbreitet. In oft noch teils zugefrorenen Teichen oder Tümpeln treffen sich ganze Laichgesellschaften, wobei die Männchen ein knurrendes Geräusch von sich geben. Solche Ansammlungen von manchmal mehreren hundert Individuen sind weit zu hören und Grasfrösche kann man so recht gut orten. Bis zu 4000 Eier kann ein Laichklumpen des Grasfrosches groß sein - ganz schön viel, für so einen kleinen Hüpfer.

Grasfrösche sind nicht sonderlich bedroht, standen aber bereits zwischenzeitlich auf der Vorwarnliste der Roten Liste in Deutschland. Durch Lebensraumzerstöreung - wie die meisten Amphibien. Grasfrösche brauchen einen strukturreichen Lebensraum mit flachen, warmen Laichgewässern, die selten austrocken und einer Umgebung, die ein mannigfaltiges Angebot an Insekten und deren Larven, Schnecken und Spinnen bietet. sie verbringen den Tag in feuchten Verstecken und verlassen diese erst mit Einbruch der Dämmerung. Bei Regenwetter kann man die Tiere aber auch tagsüber antreffen.

Moorfrösche - das blaue Wunder

Blaues MoorfroschmännchenZiemlich genau eine Woche nach dem Laichhöhepunkt der Grasfrösche tauchen die Moorfrösche am Laichgewässer auf. Sei sind deutlich kleiner als die Grasfrösche, aber durch die blaue Färbung der Männchen wesentlich auffälliger. Warum die Männchen nach einiger Zeit im Balzgeschehen auf einmal blau anlaufen, ist noch nicht vollständig geklärt. Sicherlich spielen Hormone eine Rolle, aber ebenso die Temperatur, oder auch die Anzahl der Männchen im Gewässer. Möglicherweise handelt es sich aber um eine visuelle Abgrenzung zu den braunen Weibchen, um im Gerangel um den richtigen Partner nicht plötzlich auf dem falschen Geschlecht zu sitzen. Die Blaufärbung ist außerdem stark Temperaturabhängig. Erst ab 6°C Wassertemperatur trifft man blaue Moorfrösche. Die Blaufärbung hält dann aber maximal eine Woche an, meistens sind es nur 3-5 Tage.

Moorfrösche haben weitaus höhere Ansprüche an ihren Lebensraum als Grasfrösche. Sie bewohnten ursprünglich Niedermoore, sumpfiges, teilweise überschwemmtes Grünland und Bruchwälder. Alle dieser Lebensräume fielen häufig der intensiven land- und forstwirtschaftlichen Nutzung zum Opfer, weshalb sich die Moorfroschpopulationen weiterhin auf einem Abwärtstrend bewegen. Der Moorfrosch gilt deshalb als gefährdet.

Moorfrösche knurren nicht wie der Grasfrosch, sie blubbern vielmehr wie eine Wasserflasche, aus der unter Wasser Luft entweicht. So sind die Laichplätze oft auch noch aus hundert Meter Entfernung gut zu hören.

Ein Soundbeispiel zum Ruf von Moorfröschen während der Paarungszeit gibt es hier:

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Fotografie von Fröschen

Grasfrosch auf LaichballenBeide dieser Arten sind wenig scheu, vorallem beim Grasfrosch muss man ob der Häufigkeit nicht so vorsichtig sein wie beim Moorfrosch. Letzterer reagiert vorallem auf Bewegungen am Ufer empfindlich und die Pärchen tauchen sofort ab und stellen das Laichen ein. Schnelle Bewegungen sind dafür weitaus kritischer als laute Geräusche.

Haben sich die Frösche einmal an die Anwesenheit des Fotografen gewöhnt, sind sie extrem zutraulich und schwimmen schonmal zwischen den Stativbeinen durch oder hüpfen beim Abwandern über den Fotorucksack. Um die Störung zu minimieren, sollte man darauf achten, dass bei der Annäherung immer einige Tiere weiter rufen, das animiert die Abgetauchten zum Wiedererscheinen. Alternativ dazu kann man auch eine Klangatrappe einsetzen, das beruhigt die gesamte Gruppe. Das Betreten der Laichtümpel sollte tunlichst vermieden werden. Aufgewirbelter Dreck könnte sich auf den Laich legen und somit Eier verpilzen.

  • Kreuzkröte (Bufo calamita)
  • Erdkröte (Bufu bufo)
  • Grasfrosch (Rana temporaria)
  • Moorfrösche (Rana arvalis)
  • Gelbbauchunke (Bombina variegata)
  • Erdkröten (Bufo bufo)
  • Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans)
  • Laubfrosch (Hyla arborea)
  • Schwarzkrötchen (Melanophryniscus stelzneri)

 

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Arbeitsfoto

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