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Herping

Gelbbauchunke (Bombina variegata) Gelbbauchunke (Bombina variegata)

Neben dem Birding, der Vogelbeobachtung, bereitet mir vorallem das Suchen und Finden von Reptilien und Amphibien große Freude. "Herps" lautet die umgangssprachige, englische Bezeichnung für Kriechtiere allgemein, also Echsen, Schlangen, Frösche und Schwanzlurche - die Wühlen natürlich eingeschlossen, eben alles, was sich Amphibium oder Reptil nennt.

Blindschleiche (Anguis fragilis)Herpen funktioniert ganz anders als Birden. Um wirklich fündig zu werden, kann man nicht auf einem Turm verharren und warten, bis sich der vermeintliche Irrgast aus dem Sudan nun endlich zeigt, sondern man braucht vor allem eines: das richtige Habitat. Bevor man also loszieht, muss man erst einmal recherchieren, wo es der gesuchten Art gefällt, wo sie vorkommt und wie sie sich verhält.

Laubfrosch (Hyla arborea) Zusammen mit einem befreundeten Biologen zog ich am Wochenende los und wir wurden dabei schnell fündig, da ich schon im Vorfeld einige interessante Gebiete recherchiert hatte. Freitagabend begannen wir mit der Suche nach Laubfröschen. An einem schilfreichen, recht großen Teich in der Nähe Ansbach warteten wir, begleitet von der ein oder anderen Mücke, auf das laute Konzert der Laubfrösche. Auf Hüfthöhe sitzen die Tiere bei Einbruch der Dämmerung und lassen sich sehr gut beobachten und fotografieren, da sie recht wenig Scheu haben.

Im Anschluss war unser Ziel, eine Knoblauchskröte zu finden. Ich weiß von einem Gebiet, das wohl der NABU renaturiert hat, in dem definitiv Knoblauchskröten leben sollten. Wir fuhren sofort hin und stellten fest: genau so sieht ein Knoblauchskrötenhabitat aus: kleine Tümpel, Magerrasen, Sandflächen. Unter einem Stück Holz fanden wir dort 23 Teich- und 2 Bergmolche, dicht aneinandergedrängt. Von der Knoblauchskröte aber keine Spur, nur wieder einige Laubfrösche in den umliegenden Bäumen, nach denen wir aber nicht zu suchen begannen. Vermutlich war es an dem Tag zu trocken, so dass die Kröten einfach in ihren Höhlen sitzen blieben.

Kreuzotter  Samstag war Kreuzottertag. An einem Westhang bei Nürnberg lassen sich bis zu zehn Kreuzottern blicken, sobald die Sonne die Hangkante überquert hat. Blöderweise kam die Sonne aber nicht, noch nicht einmal die dort lebenden Zauneidechsen ließen sich blicken. Die Tiere liegen dann am Gehölzrand und lassen sich recht leicht beobachten, wenn man sie denn dann gefunden hat. Schließlich fanden wir ein wundervoll gefärbtes Männchen, was uns aber entwischte, und gleich darauf ein komplett eingerolltes Weibchen in der Häutung, dem wir dann den Restnachmittag widmeten. Außerdem waren Blindschleiche und Zauneidechse zu finden und natürlich auch Fotomotiv.

Am Sonntag dann gingen wir in einem alten Steinbruchgebiet auf die Suche nach Bombina variegata, der Gelbbauchunke. Gelbbauchunken sind Pioniere und in Gebieten anzutreffen, in denen kleine Pfützen, flache, fischlose Tümpel oder einfach nur mit Wasser gefüllte Wagenspuren zu finden sind. Wir hatten den richtigen Riecher und nach nicht mehr als zehn Minuten hatten wir die Unke gefunden. Im Anschluss beschlossen wir, noch einwenig zu birden, entdeckten dort Nachtigall, Turteltaube und Kuckuck und machten uns nochmal auf den Weg zum Laubfroschtümpel, wo wir einen Drosselrohrsänger gesichtet - oder vielmehr gehört - hatten. auf dem Weg dahin dann noch Wiesenweihe, Kornweihe und Schwarzmilan als Vertreter der Greifvögel - ein wirklich rundum gelungenes Wochenende!

Jetzt fehlen ja nur noch: Kreuz-, Wechsel-, Knoblauchs- und Geburtshelferkröte, Springfrosch, Kammmolch, Fadenmolch, Äskulapnatter, Würfelnatter und Sumpfschildkröte auf der Liste meiner noch zu sichtenden Arten. Es wird also sicher nochmal losgehen!

 

 

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